Wie teilen sich Männer und Frauen die Arbeit im Haushalt?

Betrachtet man sich die Angaben der Befragten zur Frage, wer in ihrer Partnerschaft welche Arbeiten erledigt, so wird deutlich, dass bestimmte Tätigkeiten mehrheitlich in den Bereich der Frauen fallen, andere wiederum eher von den Männern erledigt werden und einige zwischen Mann und Frau weitgehend gleich aufgeteilt sind. Herkömmliche Hausarbeiten wie Waschen, Kochen oder Putzen werden bei etwa zwei Drittel der Paare von der Frau erledigt (65%) und nur zu etwa einem Drittel von beiden gleich oft (32%). Ganz selten übernehmen diese Arbeiten häufiger die Männer als die Frauen (4%). Eine ähnliches Bild zeigt sich bei der Kinderbetreuung: Auch hier sind Frauen sehr viel stärker einbezogen als Männer (60%). Etwas ausgewogener ist die Arbeitsteilung beim Einkaufen: Zwar gibt es auch in diesem Aufgabenbereich relativ viele Paare, bei denen die Frau überwiegend zuständig ist (42%), jedoch wird das Einkaufen in fast genauso vielen Partnerschaften von beiden Partnern gleich oft erledigt (45%). Und immerhin in jeder zehnten Partnerschaft übernimmt der Mann das Einkaufen häufiger als die Frau. Bezüglich der Erledigung von finanziellen Angelegenheiten und Behördengängen ist die Gleichberechtigung am weitesten verbreitet: Ungefähr in der Hälfte der befragten Paare teilen sich Mann und Frau gleichermaßen die Verantwortung, während bei der anderen Hälfte der Paare mal der Mann eher dominiert (24%) und mal die Frau eher dominiert (27%). Ein letzter Aufgabenbereich betrifft Reparaturen am Haus, in der Wohnung und am Auto, der sich erwartungsgemäß als eine klassische Männerdomäne erweist: In mehr als 80% der Partnerschaften werden entsprechende Tätigkeiten öfter vom Mann als von der Frau erledigt. Insgesamt lässt sich sagen, dass Frauen trotz aller Tendenzen zur Gleichberechtigung und trotz veränderter Geschlechterrollen nach wie vor den überwiegenden Anteil der Arbeiten im Haushalt übernehmen, insbesondere die täglich anfallenden Routinearbeiten. Allerdings gibt es auch zahlreiche Partnerschaften, in denen sich Männer und Frauen zu gleichen Teilen an den anfallenden Arbeiten beteiligen.

Ein interessanter Aspekt hinsichtlich der Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen ist zudem, ob und welchen Einfluss das Vorhandensein von Kindern hat. Die zweite Abbildung vergleicht daher Partnerschaften ohne Kind mit Partnerschaften, in denen das jüngste Kind entweder jünger oder älter als zwölf Jahre alt ist. Der Übersichtlichkeit halber wurden bei der Analyse alle erfragten Aufgabenbereiche (Hausarbeit, Einkaufen, Reparaturen, Finanzen, Kinderbetreuung) zusammengefasst. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass sich die Arbeiten bei mehr als der Hälfte der Paare ohne Kinder in etwa gleich auf Mann und Frau verteilt. Dennoch zeichnet sich auch hier schon eine gewisse Hauptverantwortlichkeit der Frau ab, abzulesen an den ca. 42% der Partnerschaften, in denen die Frau einen größeren Anteil der anfallenden Arbeiten im privaten Kontext übernimmt. In Partnerschaften mit mindestens einem jüngeren Kind verschiebt sich dieses Ungleichgewicht noch einmal deutlich zuungunsten der Frauen. Hier sind es drei Viertel aller Partnerschaften, in denen die Frauen mehr Hausarbeit erledigen als die Männer. Gleichzeitig sinkt zum einen der Anteil der zu gleichen Teilen erledigten Arbeiten (23%), zum anderen verringert sich auch der ohnehin geringe Anteil von Partnerschaften mit „aktiveren“ Männer (3%). Sind die Kinder etwas älter (>12 Jahre), so beteiligen sich die Männer zwar wieder etwas stärker an der Hausarbeit, das generelle Ungleichgewicht bleibt jedoch im Wesentlichen bestehen. Bei der Interpretation dieser Befunde ist natürlich zu berücksichtigen, dass der jeweilige Anteil an der beruflichen Arbeit hier nicht in Rechnung gestellt wurde. So läuft das Arrangement vieler Beziehungen nach der Geburt eines Kindes darauf hinaus, dass sich einer der beiden Partner stärker im beruflichen und der andere stärker im familialen Bereich engagiert. Die vorgestellten Ergebnisse zeigen aber zumindest, dass sich Frauen nach der Geburt eines Kindes offensichtlich deutlich häufiger auf Hausarbeit und Kindererziehung konzentrieren als Männer. Und sie zeigen, dass das Engagement der Frauen bezüglich der Arbeiten rund um das Haus und den Haushalt auch dann schon größer ist, wenn noch gar keine Kinder vorhanden sind.