Gründe für und gegen das Zusammenziehen

Welche Gründe sprechen für und welche eher gegen die Gründung eines gemeinsamen Haushalts? Um dies herauszufinden, haben wir eine Reihe von Faktoren ausgesucht, die einen Einfluss darauf haben könnten. Ist der Wert in der Tabelle größer als eins liegt ein positiver Effekt vor, d.h. die Paare ziehen dann eher zusammen. Ein Wert unter eins bedeutet, dass ein negativer Effekt vorliegt und stellt somit einen Einflussfaktor dar, der gegen das Zusammenziehen spricht. Die fettgedruckten Werte sind besonders einflussreich.

Die Ergebnisse bestätigen unsere Vermutungen, dass je höher die Vertrautheit und Intimität zwischen den Paaren und je eher die Paare bereit sind, sich persönlich für die Partnerschaft auch einzuschränken (Effekt Opferbereitschaft), um so eher haben sie die Absicht, in den nächsten 12 Monaten zusammen zu ziehen. Streit hingegen führt eher dazu, dass das Zusammenziehen aufgeschoben wird. Fühlen sich die Befragten durch ihre Partnerschaft in ihrer Unabhängigkeit eingeschränkt, dann möchten sie eher noch nicht zusammenziehen. Dies gilt insbesondere für die männlichen Befragten.

Der stärkste Effekt auf die Wahrscheinlichkeit des Zusammenziehens geht vom Wunsch nach einem Kind aus. Haben die Befragten vor, in den nächsten zwei 2 Jahren ein Kind zu bekommen, dann ist die Planung eines gemeinsamen Haushalts am fortgeschrittensten. Einen weiteren interessanten Befund erbringt die Berücksichtigung der Partnerschaftsdauer: Mit zunehmender Partnerschaftsdauer möchten die Befragungspersonen nämlich eher nicht zusammenziehen. Dies ist zunächst überraschend. Es trifft jedoch vor allem für diejenigen zu, die schon länger als 6 Jahre zusammen sind. Hier lässt sich vermuten, dass ein gemeinsamer Haushalt für einige Befragungspersonen nicht zum Konzept ihrer Partnerschaft gehört und sie eher dauerhaft den Wunsch nach einer stärker „individualisierten Partnerschaft“ haben.

 

Tabelle: Einflussfaktoren auf die Intention zum Zusammenziehen (Berechnung: logistische Regressionen)